Klangfigur: gleicher Anlaut aufeinanderfolgender Wörter

Der Ursprung der Alliteration liegt wahrscheinlich im magisch-religiösen Bereich der Beschwörungs- und Gebetsformeln.

Sie ist vor allem in Sprachen mit Wortakzent (z.B. altgermanischen Sprachen) verbreitet, und zwar als Stabreim (d.i. Anlautidentität benachbarter, betonter und bedeutungstragender Wörter). Der Stabreim ist jedoch keine Figur, sondern ein allgemeines Vers- bzw. Textstrukturierungsprinzip.

Der Ausdruck Alliteration ist erst in der Neuzeit üblich. Die antike rhetorische Tradition nennt diese Klangfigur Homoioprophoron (das, was das Gleiche vor sich her trägt).

Funktions- und Wirkungspotential der Alliteration liegen auf der Hand:

Sie kann zusammengehörige Ausdrücke, meist zwei Substantive oder ein Substantiv mit einem Epitheton, einem fest angebundenen Beiwort, verknüpfen.

Sie kann den Text zusätzlich auf der phonologischen und musikalischen Ebene strukturieren. Das kann bis zur Lautmalerei gehen.

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