(griech.: oxýs = scharf + môros = dumm: scharf(sinnig)e Dummheit)
Wortfigur: Verbindung von einander ausschließenden Einzelgliedern zu einem paradoxen Ganzen
Das Oxymoron stellt insofern eine besondere Form der Antithese dar, als die Verbindung zum einen sehr eng ist und dadurch zum anderen die verbundenen Glieder, die zueinander in einem Widerspruchs- oder Ausschließungsverhältnis stehen, paradox (also dem Anschein, der allgemeinen Meinung widersprechend) erscheinen.
Die übliche Form des Oxymorons ist die einer contradictio in adiecto (Widerspruch im Beiwort). In dieser Hinsicht hat das (als Figur, also syntaktisch definierte) Oxymoron natürlich strukturelle Ähnlichkeit mit der (als Trope, also semantisch definierten) Metapher.
Aber auch durch die Kombination sich ausschließender Attribute oder Prädikate sind Oxymora möglich.
Das durch das Oxymoron formulierte Paradoxon erregt natürlich beim Rezipienten gesteigerte Aufmerksamkeit sowie den Versuch, dem scheinbaren Unsinn doch Sinn abzugewinnen. Der unsinnige Ausdruck wird gerne zur Kennzeichnung einer emphatischen Ausdrucksweise verwendet.