In der contradictio in adiecto sind entweder ein Substantiv und ein Attribut (scheinbar) widersprüchlich miteinander verknüpft:
O loving hate (Shakespeare)schwarze Milch der Frühe (Celan)
felix culpa ('frohe Schuldanerkenntnis')
Beide Fälle stellen natürlich auch Metaphern dar, da sie nach einer Deutung verlangen, die die Annahme einer uneigentlichen Wortbedeutung für mindestens eines der Glieder voraussetzt.
Aber auch verbale Ausdrücke können mit Adverbien oxymorisch verknüpft werden:
Eile mit Weile!
Die Kombination zweier Attribute zu einem Oxymoron verknüpft die beiden sich (scheinbar) ausschließenden Ausdrücke extrem eng, oft sogar zu einem Wort:
du übersinnlich-sinnlicher Freier (Goethe)traurigfroh (Hölderlin)
Dies ist bei einander (scheinbar) widersprechenden Verbalausdrücken zwar nicht möglich, der paradoxe (Un-)Sinn kann aber auch so generiert werden:
Auch wenn sie schweigen, sagen sie genug. (Cicero)