Vergleiche sind in der Literatur fast durchgängig gerne verwendet worden, aber sie gehören auch fast wesentlich zu vielen anderen Sprachverwendungsweisen (etwa im Alltag oder in der Wissenschaft).

Literarische Vergleiche (zumindest die guten) zeichnen sich im allgemeinen dadurch aus, daß sie neuartig sind, also bisher noch nicht miteinander Verglichenes vergleichen:

Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad.

So lautet ein (auf einer witzigen Analogie beruhender) Button-Spruch aus den achtziger Jahren, der gerne von 'frechen' jungen Frauen getragen wurde.

Jean Pauls Schulmeisterlein Wutz

schlichtete seine Schreibbücher so lange, bis ihre Rücken so bleirecht aufeinander lagen wie eine preußische Fronte

wobei der Erzähler mit dem Ausdruck "bleirecht" das tertium dieses Vergleiches zumindest andeutet.

Das folgende Epigramm Lessings führt das tertium noch weiter aus:

Der Vater reimt und suchet allen,
Nicht wenig Kennern, zu gefallen.
Die Tochter buhlt: o! straft sie nicht!
Das gute Kind will allen,
Wie ihres Vaters Reim, gefallen.

Seltener sind natürlich Gleichnisse, die wir vor allem aus dem antiken Epos und der Bibel kennen. So finden sich in den Epen Homers zahlreiche sogenannte homerische Gleichnisse, bekannter sind aber vielleicht noch Jesu Gleichnisse aus dem Neuen Testament, etwa das vom verlorenen Schaf (Lukas 15, 4-7):

Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, läßt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern,
und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.
Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.