(lat.: die drei Grundarten der Rede)

Die elocutio der traditionellen Rhetorik unterscheidet drei Stilebenen, wobei – gemäß der rhetorischen aptum- oder Angemessenheitslehre – ein Stilniveau, d.h. vor allem eine mehr oder minder eingeschränkte Lizenz für funktionale Abweichungen von der natürlichen Sprache in Figuren und Tropen, mit einer bestimmten Äußerungsabsicht verknüpft ist.

Üblicherweise werden unterschieden:

Eine Rede kann dabei durchaus zwischen den verschiedenen Stilebenen hin- und herwechseln, je nach der Absicht, die mit der jeweiligen Textpassage verbunden wird. Bestimmte Redetypen (mit bestimmten Absichten) sind jedoch weitgehend fix mit einem Stilideal verbunden, so etwa die Lobrede mit dem genus grande.

Doch vor allem die Poesie wurde im Verlauf der Rezeption klassisch antiker Rhetorik und Poetik (von der Spätantike bis ins 18. Jahrhundert) gemäß bzw. in Analogie zu den drei Stilebenen unterteilt. Dabei gesellte sich – per aptum-Lehre – zu der jeweiligen Stilebene auch das entsprechende Figurenpersonal, so daß beides für bestimmte Gattungen normativ festgelegt war.