(lat.: einfache, niedrige Art (des Stils))
Stilebene: einfaches Stilniveau zur Vermittlung von Sachverhalten
Das genus humile (oder auch: genus tenue, genus subtile, stilus simplex) dient der Informationsvermittlung (docere = Belehrung), insbesondere der Vermittlung von Beweisen und Argumenten (probare = Beweisen). Dementsprechend verlangt es eine einfache, nüchterne (puritas = Einfachheit/Reinheit) und deutliche (perspicuitas = Deutlichkeit) Sprache, die die Sache, von der die Rede ist, in den Vordergrund treten läßt. Auf Figuren und Tropen, insbesondere auf alle pathetischen Stilmittel muß deshalb verzichtet werden.
In klassischen Reden wird deshalb das genus humile immer dann verwendet, wenn (scheinbar) ohne rhetorischen Aufwand 'die Sache für sich sprechen' kann, wenn also die (juristische) Beweisführung oder die (politische) Argumentation im Vordergrund steht.