(lat.: hohe, große, erhabene Art (des Stils))

Stilebene: hohes Stilniveau zur Erregung starker, pathetischer Affekte

Das genus grande (oder auch: genus sublime, genus vehemens) dient der Erregung starker, pathetischer Affekte beim Publikum (movere = bewegen, bzw. flectere = beugen). Dementsprechend unterliegt es weder von der Sache her noch bezüglich der erlaubten rhetorischen Techniken irgendeiner Einschränkung, da es ausschließlich auf seine Funktion der Erregung starker Affekte ausgerichtet ist. Sowohl extensive Abweichungen von der Umgangssprache als auch pathetische Stilmittel und Ausdrücke sind erlaubt.

In klassischen Reden findet das genus grande immer dann Verwendung, wenn das Publikum im Interesse des Redners oder seiner Partei unabhängig von dem Bestehen irgendwelcher Sachverhalte (mehr oder minder offen) manipuliert werden soll.