Nichtübereinstimmen der Wortbetonung mit der metrischen Betonung

Das Phänomen der Tonbeugung ist nur in Versen möglich, die nach dem akzentuierenden Prinzip geregelt sind. Denn hier spielt die (versunabhängige) Wortbetonung eine regulative Rolle.

Wenn die natürliche Betonung eines Wortes im Vers zugunsten einer von dessen Versmaß vorgegebenen Betonung ignoriert wird, kann dies als (zu vermeidender oder Inkompetenz indizierender) Fehler angesehen werden. Es kann aber auch unter bestimmten Umständen toleriert oder akzeptiert werden, wie beispielsweise: Unsicherheit bezüglich des zugrundeliegenden Versmaßes, weitere Organisationsprinzipien (etwa musikalische in Liedern) oder bewußte, z.B. scherzhafte, sinnbetonende oder expressive Abweichung.

Durch die sogenannte schwebende Betonung, die einen Ausgleich zwischen betonten und unbetonten Silben herstellt, sind Tonbeugungen zu korrigieren oder zu relativieren.

Beispiel