Der zwölf- bzw. dreizehnsilbige französische Alexandriner wird im 16. Jahrhundert zu dem Vers der Lyrik:
Ce premier jour de May, Helene, je vous jure
Par Câstor par Pollux, vos deus freres jumeaux,
Par la vigne enlassee à l'entour des ormeaux,
Par les prez par les bois herissez de verdure, [...] (Ronsard)
Im 17. Jahrhundert setzt er sich dann im Drama durch und wird bald auch in anderen Literatursprachen zum Standardvers. Häufig realisiert der Alexandriner dabei eine antithetische Struktur der einzelnen Vers- bzw. Satzglieder:
Du sihst / wohin du sihst nur eitelkeit auff erden.
Was dieser heute bawt / reist jener morgen ein:
Wo itzund städte stehn / wird eine wiesen sein
Auff der ein schäffers kind wird spilen mitt den heerden. (Gryphius)