(griech.: hexámetros = aus sechs Maßeinheiten)

Versmaß: bestehend aus sechs daktylischen metrischen Einheiten bzw. Versfüßen mit katalektischem Abschluß


È È

| — È È
— 
| —' È ' È

| — È È

|' — È È | — È

Der (daktylische) Hexameter besteht aus sechs Daktylen, also aus sechs metrischen Einheiten. Der letzte Versfuß bricht – katalektisch – vorzeitig ab: — È . Die ersten vier Daktylen können grundsätzlich durch Spondeen, die Doppelkürzen / -senkungen der einzelnen Verse somit durch eine Länge / Hebung ersetzt werden. Nur der fünfte Daktylus muß als solcher realisiert sein.

Üblich sind beim Hexameter entweder eine Zäsur nach der dritten Länge / Hebung, eine Zäsur nach der folgenden Kürze / Senkung oder eine Zäsur bzw. Dihärese nach dem vierten vollständigen Daktylus.

Der Hexameter kennt üblicherweise keine Reime.

Der Hexameter ist das Versmaß des antiken Epos, der Gattung mit der höchsten Wertigkeit. Er galt deshalb in der Antike als äußerst hochwertiges Versmaß, das entsprechende Gegenstände, vor allem natürlich die Taten von Helden zu behandeln hat. Der Hexameter ist daher das 'heroische Versmaß'.

In der durch imitatio veterum auf die antiken Vorbilder ausgerichten Dichtung der Neuzeit setzt sich diese Einschätzung und die Verwendung für 'hohe' epische Dichtung prinzipiell fort. Durch die verstechnischen Probleme akzentuierender Dichtung mit dem Daktylus, die durch die regelmäßige Ersetzung von Daktylen durch Trochäen kaum gelöst werden konnten, und durch die Abkehr vom Epos überhaupt spielt der Hexameter seit spätestens der Mitte des 19. Jahrhunderts aber nur noch eine Außenseiterrolle.

Dies gilt weitgehend auch für die zweite wesentliche Verwendungsweise des Hexameters, der im Distichon nämlich.

Beispiel