Familie von Versmaßen um das Zentrum des strengen Knittelverses:
bestehend aus acht ('männlich') bzw. neun ('weiblich') Silben mit
Paarreim
x x x x x x x (È )
Neben dem strengen Knittelvers, der neben dem zwingenden Paarreim zumindest durch die genaue Anzahl der Silben eines Verses bestimmt ist, gibt es auch freiere Knittelversmaße, die selbst auf die Fixierung der Silbenzahl verzichten und somit allein als Paarreimer zu bestimmen sind.
Der Knittelvers ist der Vers der deutschsprachigen epischen und dramatischen Dichtungen des 16. Jahrhunderts. Nicht zuletzt seiner (vermeintlichen) Kunstlosigkeit bzw. Volkstümlichkeit wegen wurde er in späteren Zeiten nur noch gering geschätzt und mit seinem abschätzigen Namen versehen.
Durch nachträgliche Integration in die nunmehr akzentuierende Literatursprache Deutsch (ab dem 17. Jahrhundert) wurde der Knittelvers neu bestimmt, diesmal enger: entweder als zwingend vierhebiger oder gar als iambisch-vierhebiger Vers, weiterhin aber natürlich mit Paarreim.