(griech.: dís stíchos = zweimal eine Zeile)

Strophenmaß: bestehend aus einem Hexameter und einem Pentameter


È È

| — È È
— 
| —' È ' È

| — È È

|' — È È | — È  (I)

È È

| — È È

| —

|' — È È

| — È È | — (II)

Das antike Strophenmaß des Distichons besteht aus einem Hexameter und einem Pentameter.

Der Pentameter ist eng mit dem Hexameter verwandt und stellt eigentlich – entgegen seinem Namen – kein Versmaß mit fünf metrischen Einheiten dar (griech.: pénte = fünf), sondern einen verkürzten Hexameter: Die Kürzen / Senkungen des dritten und des letzten Daktylus des Hexameters fallen (katalektisch) weg. Dadurch ergeben sich erstens eine durch die hier absolut verpflichtende Zäsur (bzw. Dihärese) besonders betonte Schnittstelle zwischen zwei Längen / Hebungen in der Mitte des Verses sowie zweitens ein markanter, weil betonter bzw. langer Versabschluß.

Seit der Antike wird das Distichon vor allem in zwei Gattungen verwendet: zum einen im Epigramm, das i.a. aus nur wenigen, manchmal nur aus einem Distichon besteht und dessen Struktur für die Formulierung kurzer pointierter Sprüche nutzt, zum anderen in größeren Mengen (als sogenanntes elegisches Distichon) in Elegien, die in der Antike verpflichtend, aber phasenweise auch in der Neuzeit in Distichen realisiert werden.

Beispiel