(griech.: odé = Gesang, Lied)

Familie von Gedichtmaßen: gekennzeichnet durch zum Teil individuelle, zum Teil geregelte Strophengestaltung und deren koordinierte Kombination

Die Ode hat – als bloßes, gesungenes Lied, vor allem aber als Gedichtform für feierliche und erhabene Gegenstände und Anlässe – eine lange Tradition, die von der griechischen Antike, wo sie (von Chören oder einzelnen) gesungene Lieder umfaßt, über die lateinische Dichtung, wo die griechischen Vorbilder wiederaufgenommen und modifiziert werden, bis weit in die Neuzeit reicht, wo wiederum die griechischen und lateinischen Vorbilder imitiert und variiert werden.

So ist auch der Variantenreichtum dieses Gedichtmaßes zu erklären, dessen griechischer Ursprung im Chorlied freilich schon individuelle Gestaltungen vorsah.

Kennzeichnend für die Ode ist aber die Unterteilung in Strophen. Diese wiederum werden in bestimmten, aber durchaus unterschiedlichen Schemata wiederholt oder kombiniert. Hinzu kommen – in bestimmten historischen Zusammenhängen – zum Teil vorgegebene und so geregelte Strophenformen für die Ode.

Beispiel