(ital.: sonetto = Klinggedicht)

Familie von Gedichtmaßen: 14 gleichförmige Verse, gegliedert in Gruppen von Versen, die durch Reime strukturiert werden

Das Gedichtmaß Sonett entstammt der italienischen Frührenaissance und konnte sich in der gesamten europäischen Literatur, nicht nur der Frühen Neuzeit, als ebenso wichtiges wie beliebtes Gedichtmaß durchsetzen.

Das Maß der einzelnen Verse ist nicht vorgeschrieben, aber in den einzelnen Literatursprachen zumeist konventionell geregelt, so etwa im Italienischen der sogenannte endecasillabo (Vers mit elf Silben und zwei Hebungen), im Französischen der Alexandriner, im Englischen oder im Deutschen fünf- oder sechshebige iambische Maße.

Das Sonettmaß unterscheidet durch Reime, i.a. Kreuz- oder Blockreim, verbundene Gruppen von drei oder vier Versen, Terzette und Quartette, die üblicherweise doppelt vorliegen: als Sextette bzw. Oktette. Unterschiede der Versgruppenbildung und der Reimstruktur machen die Varianten des Maßes aus. Üblicherweise, aber nicht immer, werden die Versgruppen auch drucktechnisch hervorgehoben.

Der (im Prinzip thematisch beliebige) Inhalt des Sonetts ist diesen formalen Versgruppierungen üblicherweise angepaßt, wodurch sich vor allem ein Gegenüber oder ein ergänzendes Nacheinander von beginnendem Oktett und abschließendem Sextett ergibt, während die Quartette untereinander oft einen Gegensatz beinhalten.

Die wichtigsten Varianten des Sonettmaßes sind:

Diese Namen legen die jeweilige Gedichtmaßvariante natürlich in keiner Weise auf die entsprechende Literatursprache fest, sondern signalisieren eher das Ursprungsland der jeweiligen Variation.