(Name nach einer engl. Ballade von der Jagd auf den Cheviot Hills)

Strophenmaß der Volkslieddichtung: vier (i.a.) iambische, alternierend vier- und dreihebige, aber immer 'männliche' Verse, mit Reim des zweiten und vierten Vers

Der zwingende Reim der Verse 2 und 4 kann natürlich um einen weiteren der Verse 1 und 3 ergänzt werden, so daß auch ein kompletter Kreuzreim in der Chevy Chase-Strophe vorkommen kann.

Die Chevy Chase-Strophe ist ein bedeutendes Strophenmaß der englischen Balladendichtung des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, das aber auch in der gleichzeitigen deutschsprachigen Dichtung nicht unbekannt ist. Seit dem 18. Jahrhundert ist es auch in der neueren deutschsprachigen Dichtung bekannt und verbreitet, unter anderem in der Balladendichtung des 19. Jahrhunderts.

Von wem ich es habe, das sag ich euch nicht,
Das Kind! in meinem Leib.
'Pfui!' speit ihr aus: 'die Hure da!'
Bin doch ein ehrlich Weib. (Goethe)

Ich hab' es getragen sieben Jahr,
Und ich kann es nicht tragen mehr!
Wo immer die Welt am schönsten war,
Da war sie öd' und leer. (Fontane)