partielle Übereinstimmung (i.a. nur des Vokals) zweier (oder mehrerer) benachbarter Wörter in einem Text

Gemäß dieser Definition kann entweder die Assonanz als unvollständiger Reim, oder umgekehrt der Reim als Spezialfall der Assonanz aufgefaßt werden, da die Assonanz nur Vokalgleichheit, aber keine (partielle) Konsonantengleichheit fordert.

Beide Bestimmungen sind gleichermaßen berechtigt, wobei die eher auf den Reim ausgerichteten Literatursprachen (wie etwa das Deutsche) eher jenen als primär ansehen, während Sprachen, deren Literatur die Assonanz häufig verwendet (wie vor allem das Spanische), eher von dieser ausgehen.

Gleichwohl gibt es durchaus unterschiedliche bzw. unterschiedlich weite Begriffe von Assonanz. Die Bestimmungsunterschiede betreffen die Stellung der assonierenden Silben und die Vollständigkeit der Übereinstimmung:

Ähnlich wie als Reim gewissermaßen nur der Endreim gilt, der zumeist als Ausgangsreim angesehen wird, gilt oft nur die Assonanz an Versenden als solche, wenn also die letzten (zwei oder mehr) Silben benachbarter Verszeilen dieselben Vokale enthalten. Manche hingegen sehen auch Lautidentitäten oder -ähnlichkeiten innerhalb einer Verszeile bzw. eines nicht versifizierten Textes als Assonanzen an.

Und in ähnlicher Weise beziehen sich die meisten Auffassungen nur auf vokalidentische Silben als Assonanzen, während andere auch nur vokalähnliche Assonanzen zulassen, solange – wie beim Reim – auch die Konsonanten der jeweiligen Silben hinreichend ähnlich sind. Die Grenzen sind natürlich (in beiden Fällen) fließend, auch die zum Reim.

Verwandt ist die Assonanz natürlich mit der Alliteration, die sich allerdings wie der Stabreim nur auf Silben im Wortanlaut bezieht.

In der deutschen Literatur wurde die Assonanz (des Versschlusses) lange nur als 'unreiner' Reim angesehen, obwohl sie gerade in älteren Dichtungen durchaus üblich war. Später wurde sie – auch in Anlehnung an Dichtungen aus dem romanischen Sprachraum – aber ebenfalls als eigenständiges Formprinzip in die deutsche Dichtung eingeführt. Denn gerade die spanische Literatur (etwa mit ihrer typischen Gattung der Romanze) verwendet gerne Assonanzen zur Versverknüpfung.

Beispiel