Der Standardfall der Assonanz besteht etwa in folgenden Wortpaaren:

'Buch' – 'Wut' oder 'Land' – 'ganz'

Reimen würden sich hingegen 'ruht' und 'Wut' oder 'Pfand' und 'Land'.

Liegen solche Assonanzen im Wortanlaut benachbarter Wörter vor, so spricht man – vor allem in älteren germanischen Dichtungssprachen wie etwa dem Mittelhochdeutschen – vom Stabreim, der ein Gestaltungsprinzip solcher Dichtung ist.

Stehen diese beiden Wörter jeweils am Ende zweier benachbarter Verse, so liegt der (noch unvollständige) Fall einer Assonanz (des Versendes) vor. Von dieser spricht man üblicherweise aber nur dann, wenn jeweils mehr als nur eine Silbe pro Zeile zur Assonanz beiträgt, z.B.

... weichen
... gebreitet

Als Assonanzen gelten mitunter auch 'unreine' Reime, wo also nur eine Ähnlichkeit zwischen den Vokalen, aber keine Identität vorliegt:

'liebt' – 'betrübt' oder 'ruft' (langes u) – 'Gruft' (kurzes u)

Während die (bewußt als Prinzip eingesetzte) Assonanz in der neueren deutschen Literatur eher die Ausnahme darstellt, bildet sie in anderen Dichtungstraditionen ein wesentliches Formungsprinzip, so etwa in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Romanzendichtung in spanischer Sprache:

Yo me era mora Moraima
morilla de un bel catar.
Cristiano vino a mi puerta
cuitada, por me engaņar:
hablóme en algarabía
como quien la sabe hablar:
'ábrasme las puertas, mora,
sí, Alá te guarde de mal.'
'Cómo te abriré, mezquina,
que no sé quién te serás?' (Anon.)

Diese Tradition wird wiederum von der deutschen Romantik bewußt aufgenommen und imitiert, zum Teil auch in ihrer Prägung durch Assonanzen:

In des ernsten Thales Büschen,
Ist die Nachtigall entschlafen,
Mondenschein muß auch verblühen,
wehet schon der Frühe Athem,

Jetzt auch hält auf stummen Hügeln
Einsam freudig seine Wache
Phosphoros der Held der Frühe
Strahlend, ernsthaft, sinnend, harrend. (Brentano)