partielle Übereinstimmung (der Konsonanten und der Vokale) zweier (oder mehrerer) benachbarter Wörter in einem Text
Ausschließlicher als die Assonanz wird der Reim auf den Endreim festgelegt:
Endreim Reim jeweils ab der letzten betonten Silbe zweier oder mehrerer Wörter
Im Unterschied zur Assonanz bedarf der Reim, der so betrachtet einen enger begrenzten Spezialfall der Assonanz darstellt, sowohl eine Übereinstimmung der Vokale als auch der abschließenden (!) Konsonanten(gruppe) zweier Wörter oder Silbengruppen.
(Einen Sonderfall bildet der 'unreine' Reim, der zwar die Konsonantenidentität realisiert, aber nur eine Vokalähnlichkeit, und deshalb auch als Typ der Assonanz aufgefaßt werden kann.)
Prinzipiell gibt es nach der Stellung der je reimenden Wörter betrachtet verschiedene Typen von Reimen: Beim Anfangs- oder Eingangsreim reimen die ersten Wörter benachbarter Verszeilen, beim Binnenreim zwei oder mehr Wörter, von denen mindestens eines nicht am Versende liegt, usw.
Üblicherweise und der Häufigkeit der Vorkommnisse entsprechend gilt als Reim aber vor allem der Ausgangsreim; dieser ist es auch, der in erster Linie in verschiedenen Kombinationen Verse mit Versen zu Strophen oder Gedichten verknüpft.
Die partielle Übereinstimmung der Reimwörter kann sich auf eine, zwei oder mehr Silben beziehen. Üblicherweise gilt als Reim im Deutschen aber nur, wenn auch die betonte Silbe mitumfaßt wird.
Dementsprechend erfordert der Ausgangsreim zweier Verse mit 'männlichem' Versende nur die partielle Übereinstimmung einer, nämlich der letzten und betonten Silbe, während der Endreim 'weiblich' endender Verse die Übereinstimmung der letzten beiden Silben benötigt.
Unter den Sonderfällen von Reimen sind die folgenden besonders erwähnenswert: Der 'reiche' Reim bezieht mehr als die letzten beiden Silben mit ein, der 'rührende' Reim erfaßt hingegen nur den anlautenden Konsonanten mit, so daß sich ein völliger Gleichklang ergibt. Er ist aber selten, da er leicht in den identischen Reim übergeht, der eine bloße Wortwiederholung ist, die es üblicherweise zu vermeiden gilt. Als grammatischen Reim bezeichnet man schließlich Reime oder Reimfolgen, deren Reimwörter zu ein und demselben Wortstamm gehören.
Einen eigenwilligen Sonderfall stellt der Schüttelreim dar, der nomen est omen! die anlautenden Konsonanten(gruppen) der reimenden Wörter oder Wortgruppen vertauscht.