Der Standardfall des Reimes bzw. Endreimes besteht etwa in folgenden Wortpaaren:

'ruht' – 'Wut' und 'Pfand' – 'Land'

Bloße Assonanzen würden hingegen 'Buch' und 'Wut' oder 'Land' und 'ganz' bilden.

Der Eingangsreim ist selten, hebt aber natürlich die Reimworte besonders hervor:

Krieg! ist das Losungswort.
Sieg! und so klingt es fort. (Goethe)

Auch der Binnenreim kommt vergleichsweise selten vor und hebt ebenfalls die reimenden Wörter besonders hervor:

Sie blüht und glüht und leuchtet. (Heine)

'Weibliche' Versenden erfordern die Reimung der letzten beiden Silben, 'männliche' hingegen nur die der letzten Silbe:

Es zog eine Hochzeit den Berg entlang,
Ich hörte die Vögel schlagen,
Da blitzten viel Reiter, das Waldhorn klang,
Das war ein lustiges Jagen! (Eichendorff)

Der 'reiche' Reim ist naturgemäß selten, aber natürlich auch entsprechend pointiert:

'tugendreiche' – 'Jugendstreiche'

Der 'rührende' Reim ('rennt' –'trennt') und der identische Reim (= Wortwiederholung) sind fast zu vernachlässigen.

Der grammatische Reim hingegen genoß ab und an ein gewisses Ansehen, wenn er nicht einfach zwei Wörter desselben Wortstammes reimt ('versetzen' – 'besetzen'), sondern kunstvoll inszeniert:

Verse, wie sie Bassus schreibt,
Werden unvergänglich bleiben: –
Weil dergleichen Zeug zu schreiben,
Stets ein Stümper übrig bleibt. (Lessing)

Schüttelreime sind – ihres zumeist komischen Effekts wegen – vor allem in humoristischer Dichtung, an Biertischen und im Internet sehr beliebt:

Treib mit keiner Nixe Scherz!
Bald verlangt die Schiksse Nerz. (Anon.)

An zu kurzen Schiebeleitern
wird doch nicht unsre Liebe scheitern. (Anon.)

Daß um die Zeit der Sonnenwende
Der Sommer neue Wonnen sende. (Julius Stinde)