(lat.: erfreuen)
Modus der persuasio: Beinflussung durch Erregung von Wohlwollen
Zur Beeinflussung seines Publikums kann der Redner oder Textautor es unternehmen, dieses ihm (und seiner Sache) freundlich zu stimmen, indem er es gut unterhält.
Somit lenkt er die Aufmerksamkeit eher auf sich selbst, seine Fähigkeiten und seine (vermeintlich) gute Gesinnung (griech.: éthos).
Von den Teilen der Rede lebt insbesondere das einleitende exordium, wo sich der Redner dem Publikum präsentiert, vom delectare.
Die diesem Ziel zugeordneten Stilniveaus sind traditionellerweise das genus grande und das genus medium: Zwar verzichtet der Redner zur Erreichung dieses Ziels auf die Erregung von Leidenschaften, aber nicht unbedingt auf Redeschmuck (ornatus).
Da die Erfreuung und Unterhaltung eines Publikums bei diesem Modus der Publikumsbeeinflussung leicht auch zum Selbstzweck werden oder als solcher angesehen werden kann, ist es natürlich gerade die Festrede, in der diese Zielvorgabe von grundsätzlicher und umfassender Bedeutung ist.
Da auch der Poesie gerne eine gewisse Freiheit von (konkreten) Zwecken zugeschrieben wurde (und wird), ist es von den rhetorischen Persuasionsmodi dieser, der der Dichtung zugeordnet wird.