(lat.: aptum = das Angemessene; decorum = das Schickliche, Passende)

Ideal der Rhetorik: (wirkungsorientiertes) Zusammenpassen von Elementen aus unterschiedlichen Bereichen

Das aptum oder decorum stellt eine Grundorientierung der Rhetorik überhaupt dar. Sie besagt, daß der Redner verschiedene Elemente, Aspekte, Teile usw., die für die Rede bzw. den Text und seine Äußerungssituation bedeutsam sind, möglichst so aufeinander abstimmen solle, daß sie ein Harmonisches und (gerade deshalb) wirkungsträchtiges Ganzes ergeben.

Diese Grundorientierung ist eine Art Idealvorstellung, die natürlich seitens des Textproduzenten ein entsprechendes Urteilsvermögen (lat.: iudicium) voraussetzt und kaum in feste Textproduktionsregeln zu überführen ist.

Man unterscheidet üblicherweise das äußere und das innere aptum:

Das innere aptum betrifft alle direkt mit dem Text und seiner Produktion zusammenhängenden Aspekte, Bausteine und Elemente, die aufeinander 'abgestimmt' werden sollen. Hier sind vor allem zu nennen:

Das äußere aptum betrifft im Unterschied dazu immer das Verhältnis der Rede bzw. des Textes zu den Konstituenten seiner Äußerungssituation. In erster Linie sind dies:

Beispiel