Modi des rhetorischen ornatus: eine (bewußt herbeigeführte und lizensierte) Abweichung von der sprachlichen Normalform, die auf der Ebene der Semantik als Austausch (immutatio) beschrieben werden kann: Ein eigentlicher Ausdruck 'a' wird durch einen uneigentlichen Ausdruck 'b' ersetzt

Die rhetorische Tropenlehre ist innerhalb des Gesamtsystems der Rhetorik der kunstvollen Ausarbeitung der Rede (elocutio) zugeordnet, und dort vor allem dem Aspekt des Kunstvollen, des Schmucks der Rede (ornatus).

Im Unterschied zu den Figuren ist es hier nur eingeschränkt sinnvoll, zwischen der Ebene der Gedanken und der Worte zu unterscheiden, obwohl diese Unterscheidung gemacht werden kann.

Ebenfalls im Unterschied zu den Figuren betreffen die Tropen nicht einzelne Worte, Wortgruppen oder Gedanken in ihrer syntaktischen Dimension, sondern in ihrer semantischen Dimension, da es nicht um neuartige Kombination, sondern um die Ersetzung des Eigentlichen durch das Uneigentliche, des Gemeinten durch ein (anderes oder anders) Gesagtes geht. Daß etwas anderes als das Gesagte gemeint ist, wird im allgemeinen angezeigt oder ergibt sich aus dem Ko- und Kontext.

Hier werden explizit die folgenden
Tropen erläutert:

und implizit:
  • Hyperbel
  • amplificatio
  • Ironie
  • Antonomasie
  • Katachrese
  • Emphase
  • Litotes
  • pars pro toto
  • Metapher
  • Metonymie
  • Synekdoche
  •