(griech.: katáchresis = Mißbrauch)

1. (ehemalige) Trope: Metapher (selten: andere Trope), die eine lexikalische Leerstelle ersetzt

Diese erste (und übliche) Bestimmung der Katachrese macht diese quasi zu einer notwendigen Metapher: Denn entweder ersetzt die katachretisch gebrauchte Metapher hier gar keinen eigentlichen Ausdruck, da es einen solchen gar nicht gibt, oder sie hat diesen so dauerhaft verdrängt, daß sie (die ursprüngliche Metapher) im Sprachgebrauch zum eigentlichen Ausdruck geworden ist.

Insofern ist die Katachrese nur bedingt als Trope anzusehen, da sie nicht strikt eine Abweichung von der eigentlichen Redeweise darstellt.

In der Geschichte der Sprachtheorie und Sprachphilosophie gab es übrigens immer wieder die Auffassung, daß Großteile unserer Sprache bzw. unseres Wortschatzes ursprünglich metaphorisch, also Katachresen in diesem Sinne seien.

2. Kombination von Tropen, die nicht zusammenpassen ('Bildbruch')

Diese zweite (aufwendigere und seltenere) Bestimmung der Katachrese hat mit der ersten Bedeutung nichts zu tun.

Eine solche Katachrese kommt zustande, wenn – ob gewollt oder ungewollt – zwei (oder mehr) Tropen – meist Metaphern – so miteinander verknüpft werden, daß sie erkennbar nicht zusammenpassen, wenn also die ersetzenden uneigentlichen Ausdrücke aus verschiedenen Bereichen, Bildfeldern usw. stammen.

Die Wirkung solcher Katachresen ist zumeist komisch, seien sie bewußt zu diesem Zweck entwickelt oder unfreiwillig entstanden. Erstere haben Ähnlichkeit mit dem Oxymoron, letztere sind hingegen eher als Fehler oder 'Stilblüte' anzusehen.

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