Caesar ist so stark wie ein Löwe.
Dieser Vergleich mit seinem Vergleichspartikel "wie" nennt mit der Stärke auch das tertium comparationis des Vergleichs.
Der gemeinte Sachverhalt ist aber verkürzt auch als Metapher formulierbar:
Caesar ist ein Löwe. (oder: ... ist an Stärke ...)
Die metaphorische Formulierung ist prägnanter und intensiver, scheint sie doch die beiden Vorstellungskomplexe enger zusammenzuführen. Sie beruht auf dem 'semantischen Bruch', der hier darin besteht, daß der Mensch Caesar als Tier bezeichnet wird, was nur 'im übertragenen Sinn' zu verstehen ist.
Die eben vorgestellte Trivial-Metapher beruht auf einer simplen Ähnlichkeitsbeziehung, die auch als Merkmalsübereinstimmung angesehen werden kann (das Merkmal der Stärke zeichnet sowohl Caesar als auch den Löwen aus). Andere Metaphern beruhen nicht auf einer solchen Ähnlichkeit, sondern auf einer Analogie, also einer ähnlichen Relation: a verhält sich zu b wie c sich zu d verhält:
Pele ist der Beckenbauer Brasiliens.
Was Franz Beckenbauer (a) für den deutschen Fußball (b) ist, genau das ist Pele (c) für den brasilianischen Fußball (d).
Häufig werden unbelebte Gegenstände in Metaphern als belebt dargestellt ("die Eingeweide der Stadt" für ihre Kanalisation usw.), Nicht-Menschliches mit menschlichen Attributen ausgestattet (Anthropomorphismus, griech. so viel wie: Orientierung an Menschengestalt). So ergibt sich die Personifikation:
Blaue Trauben / Trinken nachts den Schweiß (Trakl)
Beliebt und häufig als Katachresen habitualisiert sind auch Metaphern, die ein Abstraktes sinnlich konkret erscheinen lassen: So kann man unter Anspannung "einen kühlen Kopf bewahren" oder voll "flammenden Zorns" sein.
Beliebte Ähnlichkeitsbeziehungen, die Metaphern zugrundeliegen, sind zudem Synästhesien, wo Attribute, die einem Sinn zugeordnet sind, auf einen Gegenstand bezogen werden, der einem anderen Sinn zugeordnet werden muß:
Mit silbergrauem Dufte war das Tal / Der Dämmerung erfüllt. (Hofmannsthal)
Eine typische Genitivmetapher liegt etwa vor, wenn das Kamel topisch als "Schiff der Wüste" bezeichnet wird. Attributiv verwendete Metaphern (wie etwa der "flammende Zorn") stellen wohl überhaupt den Normalfall der Metaphern-Syntax dar. Doch natürlich sind Metaphern auch an Prädikatstelle möglich (als echte metaphorische Prädikation wie in "Caesar ist ein Löwe" oder als Verbalmetapher wie in "Der Zorn entflammt"), und ebenso natürlich an Subjektstelle ("Der Löwe (Caesar) trat vor den Senat").