Ein Klassiker der Personifikation ist die metaphorische Sentenz:

Die Revolution frißt ihre Kinder.

Ebenfalls personifizierende Metaphern sind:

Vater Rhein (Hölderlin)

Gevatter Tod (Claudius)

Solche Metaphern sind natürlich auch zu Allegorien erweiterbar, so etwa Heyms

Der Gott der Stadt

Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
Die letzten Häuser in das Land verirrn.
[...]

Hier wird – ein ganzes Gedicht hindurch – die Großstadt als ihr Gott, und damit als Person dargestellt. Überhaupt ist die Personifikation eines der zentralen Verfahren des Mythos, macht sie doch aus (abstrakten) Eigenschaften, Zuständen oder Idealen (konkrete, sinnlich darstellbare) Gestalten.

Jeder kennt die völlig konventionalisierte Darstellung der Gerechtigkeit als Justitia, die – blind und mit der Waagschale in der einen, dem Schwert in der anderen Hand – zur Strafe befugte Gerechtigkeit unabhängig von der Person garantiert.

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