Am engsten mit der Wortbedeutung des griechischen sımbolon verbunden sind Symbole, die als Erkennungszeichen fungieren, so wenn sich (vor allem die frühen und verfolgten) Christen mit einem Fisch-Zeichen als solche zu erkennen gaben. Das griechische Wort für Fisch, ichthıs, kann über seine Buchstaben, aufgefaßt als Anagramm auf Jesus Christus verweisen: Iesoús Christós theoú (h)yiós sotér (J.Ch., Gottes Sohn, Retter).
Für die Annahme, Symbole als Realien in der Welt aufzufassen, sprechen etwa symbolische Handlungen wie Taufakte, das Schütteln von Händen usw., aber auch symbolische Sonnenaufgänge und dergleichen: Wenn der Held (eines Films, Romans, Dramas usw.) zu einem neuen Leben aufbricht und dies genau dann tut, wenn die Sonne zu einem neuen Umlauf ansetzt (also in einer analogen Situation), so kann dies in der Kunst als Symbol gemeint und in der Realität als solches verstanden werden.
Daß die Laute aus dem "concordia discors"-Emblem gerade vor dem Hintergrund der Emblem-subscriptio zu einem Symbol für die zwieträchtige Eintracht werden kann, ergibt sich fast zwangsläufig und zwar unabhängig davon, ob sie gespielt, genannt oder abgebildet wird.
Und in ähnlicher Weise kann, ja muß natürlich ein Schiff, das dann wieder Fahrt aufnimmt, genannt oder angeführt wird, wenn der Staat wieder wohleingerichtet ist, als Symbol für diesen Staat angesehen werden, zumindest wenn man die zur Allegorie ausbaubare Metapher vom 'Staatsschiff' zugrundelegt.
Als Beispiel für ein ausschließlich durch einen Text etabliertes Symbol soll hier abschließend noch die in der biblischen Genesis eingeführte Schlange genannt werden, die jederzeit (im entsprechenden Zusammenhang) den (oder einen) Verführer symbolisieren kann.