(lat.: buchstäblicher Sinn – geistiger/geistlicher Sinn)

Textbedeutungs- und Sinnebenenunterscheidung: ein (offenkundiger) wörtlicher Sinn eines Textes neben einem (verborgenen) zweiten Sinn, der erst zu erschließen ist

Die Annahme mehrerer Sinn- und Bedeutunsgebenen eines Textes oder einer Texpassage zeichnet vor allem die Deutungsstrategie der Allegorese aus. In Bezug auf Tropen und verwandte Formen uneigentlicher Rede, etwa die Allegorie, oder bestimmte Gattungen wie Fabel und Parabel ist sie aber natürlich allein von den Texten her plausibel.

Unterschieden werden dabei immer ein offenkundiger, auch dem Laien verständlicher wörtlicher Sinn und ein verborgener, erst zu erschließender bzw. nur vom Fachmann oder Eingeweihten erschließbarer Hinter-Sinn, der – für gewöhnlich – die bedeutsamere oder eigentliche Aussage des betreffenden Textes ausmacht.