Dichotomie der linguistischen Semantik: (sachorientierte) Bedeutung eines Ausdrucks versus (personenbezogenes) Vorstellungs- und Emotionspotential eines Ausdrucks

Die Gegenüberstellung von Denotation und Konnotation stammt aus der Linguistik. Beide Aspekte der Bedeutung eines Ausdrucks sind vor allem durch Vergleich zu ermitteln, in dem sich die Denotation und die Konnotation eines Ausdrucks oder zwei Konnotationen unterschiedlicher, aber denotationsgleicher Ausdrücke gegenüberstehen.

Die Denotation umfaßt – vergleichsweise unabhängig vom Kontext der Äußerung – die Bedeutung eines Ausdrucks im engeren (objektiven) Sinn, also insbesondere die folgenden miteinander in enger Verbindung stehenden Momente: den begrifflichen Inhalt eines Ausdrucks (Intension) und das vom Ausdruck Bezeichnete (Extension). Sie umfaßt also Realien in der Welt (Dinge, Personen, Sachverhalte) oder Begriffskomplexe, die diese klassifizieren.

Die Konnotation eines Ausdrucks ist hingegen stark vom Äußerungskontext abhängig, da sie die vom Sprecher einer Äußerung gemeinten und/oder die vom Adressaten einer Äußerung aktualisierten Vorstellungen, Überzeugungen, Emotionen und Assoziationen umfaßt. Konnotationen beziehen also auch die Subjektivitäten der an einem Äußerungszusammenhang beteiligten Personen mit ein, ohne sich aber auf Individuelles einzulassen. Denn auch die Konnotation eines (gewöhnlichen) Ausdrucks ist – vom Kontext fixiert – konventionalisiert und somit überindividuell.

Beispiel