Der Begriff der Schreibweise hat sich zwar in der Literaturwissenschaft etabliert, die literaturwissenschaftliche Erforschung von Schreibweisen steckt freilich noch in den Kinderschuhen.

Die Parodie stellt jedoch – ähnlich wie etwa die Kontrafaktur – ein gut erforschtes Beispiel für eine ahistorische Schreibweise dar.

Ähnlich kann der lange Zeit als historische Epoche oder als Stil aufgefaßte Manierismus als literarische Schreibweise bzw. als allgemeines künstlerisches Verfahren konzipiert werden, dessen funktionaler Kern darin bestehen dürfte, (1) bestimmte künstlerische (oder literarische) Techniken (oder Textverfahren) perfekt und quasi akrobatisch zu beherrschen und (2) dies demonstrieren zu wollen. Welche Techniken dabei demonstriert werden, ist somit historisch variabel, nicht aber, daß welche demonstriert werden.

Ein weniger gut umrissener und als Schreibweise erfaßter Kandidat für solche Schreibweisen ist etwa die Satire.