auf Funktionen ausgerichteter Merkmalskomplex, der historisch konstant ist, aber historisch variablen Kunstwerken, Kommunikationsakten oder Klassen derselben unterliegt

Der Begriff des Verfahrens meint also weitgehend dasselbe wie das Konzept der Schreibweise, ist aber nicht auf das eine Medium Text und somit auf Literatur begrenzt, sondern umfaßt auch die anderen Künste und Medien, insbesondere in ihrer Kombination miteinander.

Als Verfahren kann somit ein (möglicherweise strukturierter) Komplex von Merkmalen bezeichnet werden, der sich aus der Übernahme bestimmter Funktionen ergibt, die Kunstwerke oder andere Kommunikationsakte erfüllen wollen.

Die auf die Produktion von Texten bezogene Schreibweise des Manierismus kann somit in Musik, Malerei, Architektur, aber etwa auch in der Festkultur ihr Verfahrenspendant aufweisen. Ähnliches gilt sicherlich ebenso für das Parodieren von Musikstücken oder Bildern.

Mitunter hebt der Begriff des Verfahrens auch – dann analog zu 'Textverfahren' – eher auf die technische Seite der Produktion bestimmter Kunstwerke oder des Zustandebringens bestimmter Kommunikationsleistungen ab. So kann etwa die Photomontage als ein solches (bildkünstlerisches oder rein funktionales) Verfahren angesehen werden.