Schon die wohl älteste erhaltene Textparodie aus der Antike ist klar dem ersten, untererfüllenden Parodietyp zuzuordnen. Die wohl nachklassische "Batrachomyomachia" (wörtlich: "Froschmäusekrieg") setzt dem hehren Heldenepos Homers einen (wohl bloß) komischen Gesang über den Krieg zwischen Mäusen und Fröschen entgegen. Die kleinen Tiere ersetzen hier mithin die 'großen Helden' der Ilias, das Kriegsgeschehen und seine Darstellung bleiben jedoch weitgehend intakt.
Schon kritischer, wenn auch nur auf eine zeitgenössische Dichtungsmode bezogen, ist das folgende Distichon von Matthias Claudius aus dem Jahr 1797, das sich über die Distichenmode der Weimarer Klassiker lustig macht und so ihr Geschmacksdiktat unterläuft und kritisch hinterfragt.
Das DistichonIm Hexameter zieht der ästhetische Dudelsack Wind ein;
Im Pentameter drauf läßt er ihn wieder heraus.
Vorlage für dieses parodistische Distichon sind wohl die Distichen (bzw. Xenien) Goethes und Schillers überhaupt, konkret aber wohl das folgende Verspaar Schillers von 1796, das ebenso seine eigene Form thematisiert, aber eben dazu die Metapher des Springquells, nicht die des Dudelsacks verwendet:
Im Hexameter steigt des Springquells silberne Säule,
Im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab.