Zitat Textverfahren: üblicherweise markierte Übernahme eines fremden (oder eigenen) Textes oder Textausschnitts in einen eigenen Text
Montage künstlerisches Verfahren: Übernahme fremden Materials zur Erstellung eines eigenen Werks
Montage literarische Schreibweise/Textverfahren: Übernahme fremden Textes zur Erstellung eines eigenen Textes
Das Zitat ist natürlich kein spezifisch literarisches Textverfahren. Es ist aber als Prototyp intertextueller Bezugnahme durchaus auch zu literarischen Zwecken einsetzbar, etwa wenn die zitierte fremde Textpassage in einen dialogischen oder kritischen Zusammenhang mit seinem neuen Ko-Text gestellt wird. Üblicherweise sind Zitate, beispielsweise durch Anführungszeichen, als solche markiert und somit erkennbar.
Eng mit dem Zitat verwandt ist die literarische Schreibweise der Montage. Von Montage kann man in Bezug auf Texte dann sprechen, wenn die Übernahme fremder Texte wesentlich zur Formung des eigenen Textes beiträgt. Dabei sind die einmontierten Textpassagen etwa durch den gegenseitigen Kontrast oder durch den Kontrast mit dem eigenen Ko-Text üblicherweise ebenfalls markiert und insofern als Fremdkörper erkennbar.
Dieses Verfahren findet sich natürlich auch in anderen Künsten, etwa in der Bildenden Kunst, wo derlei meist als Collage bezeichnet wird. Der auch in der Literaturwissenschaft verwendbare Begriff der Collage hebt dementsprechend insbesondere darauf ab, zu betonen, daß das Montierte bereits fertig vorlag und nun als Ganzes übernommen wird.
In Bezug auf fiktionale Texte hat somit insbesondere die markierte Übernahme nicht-fiktionaler Textbausteine als Montage in diesem Sinne bzw. als Collage zu gelten.
Über die Analogie zum filmtechnischen Verfahren der Montage, das als Filmschnitt etwa Szenen- oder Perspektivwechsel realisiert, ist in der Literaturwissenschaft aber auch von Montage die Rede, wenn in fiktionalen Erzähltexten abschnittsweise das Erzählverhalten verändert wird. Das ist insbesondere der Fall, sobald die Figur, von deren point of view aus erzählt wird, wechselt. Dieser zweite Montagebegriff stellt eine erhebliche Ausweitung gegenüber dem ersten dar und zielt ausschließlich auf die Bruchstelle zwischen zwei unterscheidbaren Textpassagen ab, von denen aber keine aus einem fremden Text übernommen worden sein muß.
Eine andere, in der Literaturwissenschaft ebenfalls zu findende Unterscheidung von Collage und Montage besteht darin, diese als das Verfahren anzusehen, das jene als Produkt hervorbringt.