(griech.: kómos = trunkener Festumzug; lat.: humor = Feuchtigkeit)

Komik – wirkungsästhetische Kategorie: Erregung von Lachen (durch pointiertes Durchbrechen von Erwartungen, Normen oder gewohnten Proportionen und Verbindungen)

Humor – produktionsästhetische Kategorie: distanzierte Haltung gegenüber einem (dargestellten) Gegenstand oder Thema (und entsprechende formale oder stilistische Präsentation desselben)

Die Begriffe 'Komik' und 'Humor' sind wesentlich aufeinander (und auf eine ganze Reihe verwandter Begriffe) bezogen. Die hier vorgeschlagene Unterscheidung zwischen der eher wirkungsästhetischen Kategorie der Komik und der eher produktionsästhetischen Kategorie des Humors ist eine plausible Unterscheidung von vielen möglichen.

Ebenso weit verbreitet und plausibel ist sicherlich eine Auffassung, die Humor und Komik in Bezug auf ihre Intensität unterscheidet. Demnach zielt die Komik eher auf das Verlachen des Gegenstandes ab, der mildere Humor hingegen belächelt ihn eher.

Beidem entsprechen ihre Wortursprünge, wonach Komik das typische Resultat feucht-fröhlicher Zechtouren junger Männer, Humor hingegen eher eine milde 'Laune' ist.

Ebenso schwer zu identifizieren bzw. zu trennen sind die – auf Texte bezogenen – Text- oder Gestaltungsverfahren, die zu komischen Wirkungen führen bzw. ein humoristisches Temperament zur Entfaltung kommen lassen. Für gewöhnlich beziehen sich Komik- bzw. Humor-Theorien aber darauf, zweierlei möglichst unerwartet und pointiert in einen Gegensatz zu bringen: die Realität und ein Ideal, das Dargestellte und eine Norm, Schein und Sein, Aufwand und Ergebnis, Anspruch und Wirklichkeit und dergleichen mehr. Dementsprechend lassen sich Verbindungen zu verwandten Begriffen wie etwa dem der Satire oder der Parodie ziehen, aber auch Binnendifferenzierungen vornehmen, etwa wenn man figuren- bzw. personenbezogene Komik von sprachlicher oder Situationskomik unterscheidet.

Paradigmatisch für den Begriff der Komik sind sicherlich zwei Gattungsbegriffe, die relativ fest umrissene Textklassen bezeichnen: So ist zum einen natürlich die Gattungstradition der Komödie eng mit der Absicht verknüpft, ihr Publikum mit verschiedenen Mitteln und Strategien zum Lachen zu bringen.

Zum anderen stellt der Witz eine Gattung (oder Textsorte) dar, in dem ebenso kurz und prägnant die Verfahrensweise der Komik deutlich wird (oder der Humor seines Urhebers): Der Witz ist eine kurze, im allgemeinen mündliche Erzählung, die in einer unerwarteten Pointe gipfelt, in der die bis dahin aufgebauten Erwartungen des Hörers jäh durchbrochen werden und insofern eine neuartige Perspektive auf den thematisierten Gegenstand eröffnet wird.

Die Vorgeschichte des Wortes 'Witz' ist aber ebenfalls eher psychologisch-produktionsästhetisch, meinte 'Witz' doch gerade im 18. Jahrhundert das geistige Vermögen, unerwartete und insofern überraschende Ähnlichkeiten erkennen zu können.