Die unterschiedlichen Realisationsformen der Satire sind fast so weit gefaßt wie die Literatur überhaupt.

Die römische Verssatire ist ein langes Gedicht in Hexametern, doch auch lyrische Kurzformen wie etwa das Lied (z.B. Heinrich Heines "Deutschland, ein Wintermärchen") oder das Epigramm (etwa die "Xenien" der Weimarer Klassiker) eignen sich für die satirische Schreibweise.

Das Gleiche gilt für prosaische Kurzformen wie etwa Glosse, Aphorismus und Apophthegma, und natürlich auch für erzählende Literatur, man denke an den satirischen Roman von Rabelais' "Gargantua und Pantagruel" über Swifts "Gullivers Reisen" und Heinrich Manns "Untertan" bis hin zu aktuellen satirischen Schlüsselromanen.

Auch Dramen (wie z.B. Karl Kraus' "Die letzten Tage der Menschheit" oder schon die Komödie des Aristophanes) oder verwandte Darstellungsmodi wie das Kabarett sind geeignet, satirische Zwecke zu verfolgen.

Auf die antiken menippeischen Satiren gehen außerdem verschiedene typisch satirische Formen wie das Totengespräch (in dem sich tote und insofern wissende Personen über die Welt unterhalten) oder fiktive Briefsammlungen (wie etwa Ulrich Huttens "Dunkelmännerbriefe") zurück, die als Gespräche organisiert sind.

Karikatur und satirische Photomontage (etwa John Heartfields) können zudem das allgemeine Verfahren der Satire auch in anderen Künsten und Medien belegen. Ähnliches belegen die 'gemischt medialen' Bildergeschichten eines Wilhelm Busch oder die Hefte satirischer Zeitschriften vom "Simplizissimus" bis "Titanic".