Gedichtform: Gedicht in (elegischen) Distichen

(lyrische) Gattung: Gedicht, das eine verhaltene resignative Klage artikuliert

Seit den Ursprüngen der Elegie in der griechischen Antike gehen beide Bestimmungen der Elegie zusammen oder nebeneinander her.

Als (formal definiertes) Gedicht in (elegischen) Distichen ist die Elegie vom Epigramm, das zumindest in der Antike ebenfalls in Distichen verfaßt ist, kaum zu unterscheiden.

Oft geht aber – etwa in den Elegien der antiken Lyrik oder in neuzeitlichen Gedichten, die darauf explizit Bezug nehmen – diese Form mit einer bestimmten inhaltlichen Ausrichtung einher. Diese besteht im Ausdruck verhaltener Klage. Dabei kann unterschieden werden, ob auf der einen Seite ein individueller Verlust oder Schmerz thematisiert und beklagt wird, insbesondere die Resignation angesichts des Verlustes des oder der Geliebten, oder ob auf der anderen Seite in der Klage auf einen überindividuellen Mißstand aufmerksam gemacht wird.

Demzufolge kann auch die inhaltliche Ausrichtung alleine als konstitutiv für eine Gattung Elegie angesehen werden, die dann auch in anderen Vers- und Strophenmaßen realisiert werden kann. So war etwa die deutschsprachige Elegie des 17. Jahrhunderts für gewöhnlich in kreuzreimenden sogenannten 'elegischen' Alexandrinern verfaßt, aber natürlich wurden auch zahlreiche andere Strukturierungen – darunter auch der bewußte Rückgriff auf das antikisierende Distichon – in der Neuzeit realisiert.

Beispiel