(griech.: théatron = Schaubühne)

Aufführungsort und -umgebung für Dramen

Mit 'Theater' bezeichnet man seit der griechischen Antike den Ort, an dem Dramen aufgeführt werden. Die Besonderheiten und die Strukturierung dieses Ortes wirken sich somit wesentlich auf die individuelle Aufführung aus, sie kann aber auch die Dramentexte, die für eine bestimmtes Theater oder für einen bestimmten Typ von Theater geschrieben worden sind, mitprägen.

Das Theater als Ort und Umgebung von Dramenaufführungen ist hauptsächlich gekennzeichnet durch die gegenseitige Ausrichtung zweier Räume: An dem einen Ort, der Bühne, gibt es etwas zu beobachten und zu hören. Von dem anderen aus, wo sich das Publikum der Theateraufführung aufhält, kann das Bühnengeschehen beobachtet und gehört werden.

Die je individuelle Theateraufführung steht dabei in einem Verhältnis der Konkretisation zu einer dramatischen Textvorlage, für die – neben den Vorgaben durch den Dramentext – das Theaterpersonal, insbesondere der Regisseur, der Bühnen- und der Kostümbildner und die Schauspieler verantwortlich sind. Denn es wird durch die in (sichtbarem) Raum und (durch Hörbares spürbare) Zeit angesiedelte Aufführung eines Dramas eine Vielzahl von zusätzlichen Festlegungen verlangt, die nicht (alle) vom Dramentext vorgegeben sind.

Durch die unmittelbare Gegenwärtigkeit und die daraus resultierende sinnliche Präsenz einer Dramenaufführung schreibt man dieser üblicherweise eine intensivere Wirkung auf das (kollektive) Publikum zu als dem (individuell gelesenen) reinen Text des Dramas. Beide sind zumindest strikt voneinander zu unterscheiden, zumal Dramenaufführungen oft auch (mitunter bewußt gewollte) Rückkoppelungseffekte mit dem Publikum auslösen.

Das Theater ist zudem in seiner Ausrichtung auf ein Publikum eine gesellschaftliche Institution, das eine kollektive Öffentlichkeit herstellt. Die Besonderheiten der Institution Theater sind historisch und kulturell sehr vielfältig. Sie stehen aber im allgemeinen in einer engen Wechselwirkung mit der jeweiligen Dramenaufführung, den jeweils zugrundeliegenden Dramentexten und den ihnen unterliegenden Strukturen.