(griech.: mónos = ein(s); lógos = Rede, Wort)

Element des Dramas: nicht an das Publikum oder eine andere Dramenfigur gerichtete, für das Publikum aber hörbare Rede einer Figur

Für gewöhnlich – etwa mit der Ausnahme des Monodramas – agieren und sprechen in Dramen mehrere Figuren miteinander, gegeneinander oder auch 'aneinander vorbei'. Somit kommt es für gewöhnlich zu Gesprächen miteinander, oft zu Dialogen zwischen zwei oder mehr Figuren.

Dem steht der in einigen Dramen bewußt eingesetzte, oft an einer zentralen Stelle des Dramengeschehens positionierte Monolog einer dramatischen Figur, üblicherweise (einer) der Hauptfigur(en) als eine somit markierte Ausnahme gegenüber.

Im Monolog spricht die monologisierende (Haupt-)Figur nur für oder mit sich. Er stellt insofern ein typisches Beispiel für die dramenspezifische doppelte Kommunikation dar, als er – obwohl als Selbstgespräch im fiktiven Geschehen verortet – gleichwohl natürlich dem zuhörenden Publikum zugänglich ist.

Als Selbstgespräch beinhaltet ein solcher dramatischer Monolog gerne die emotionale Aussprache einer Figur und/oder Versuche, sich selbst zu reflektieren. Er ist daher zumeist an zentralen Positionen der dramatischen Gesamthandlung angesiedelt, an Stellen also, an denen die Figur existentielle Entscheidungen zu treffen hat oder durch die bisherigen Ereignisse hochgradig erregt ist.

Durch die emotionale und/oder selbstreflexive Grundausrichtung des dramatischen Figurenmonologs kann dieser aber immer auch dazu dienen, die Figur in ihrer (individuellen) Besonderheit dem Publikum gegenüber zu charakterisieren.

Beispiel