Die folgende Parabase stammt aus der Komödie "Acharner" von Aristophanes, dem einzigen Dichter der alten attischen Komödie, von dem uns vollständige Stücke erhalten sind. Die "Acharner" wurden 425 erstmals aufgeführt – Athen befindet sich im Krieg mit Sparta –, und die Parabase ist ganz auf die Umstände dieses Jahres bezogen: auf das Verhalten der Kriegsparteien, zuerst aber auf das Publikum, das Volk von Athen, das auch politischer Entscheidungsträger ist, und den Autor des Textes. Zudem ist der apostrophische Übergang in eine andere Rolle in der Parabaseneinleitung markiert (die Parabase mußte in 'anapästischen Rhythmen' vorgetragen werden):

Chorführer:
Was für ein fertiger Redner! Es glückt ihm gewiß, für den Frieden das Volk zu bereden! –
Jetzt weg mit den Mänteln, und laßt uns mit Tanz anapästische Rhythmen beginnen. –
Seitdem unser Meister dem Volk sich gezeigt an der Spitze der komischen Chöre,
Hat er nie noch gewagt, den Versammelten hier zu reden von seinen Verdiensten.
Doch verunglimpft jüngst durch der Gegner Haß vor den unbedachten Athenern,
Daß er unsere Stadt mit komischem Scherz verhöhnt und die Bürger beleidigt,
Nun muß er ja wohl antworten darauf, vor den wohlbedachten Athenern.
Denn er ist sich bewußt, der Dichter, daß euch er nur Gutes gesucht zu bereiten.
So steuert' er doch dem Unfug, daß euch mit Reden die Fremden berückten,
Daß ihr ködern euch ließt mit schmeichelndem Wort, aufhorchend mit offenen Mäulern.
Vormals, wenn euch die Gesandten der Stadt' eine Nase zu drehen gedachten,
Da hießt ihr: "das veilchenbekränzte Volk", und wenn einer euch also betitelt,
Da recktet ihr, über die Kränze entzückt, euch empor auf stolzem Podex,
Und wenn einer sodann in bezauberndem Ton von dem "glänzenden, fetten Athen" sprach,
Der hatte von euch, was er wollte, dieweil er mit "Fett" euch wie Gründlinge ölte.
Das hat er bewirkt; des Guten fürwahr nicht wenig verdankt ihr dem Dichter.
Denn er zeigt' euch im Spiegel die Demokratie, wie die Städte des Bunds sie haben.
Kein Wunder, daß jetzt die Verbündeten, wenn den Tribut zu entrichten sie kommen,
Voll Verlangen sind, den Poeten zu sehn, den trefflichen, der es gewagt hat,
Mit eigner Gefahr dem athenischen Volk zu sagen, was Recht ist und Wahrheit.
[...]

Ebenfalls außerhalb der Fiktion des 'Parabelstücks' anzusiedeln ist etwa der 'Ansager' aus Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui". Er beschreibt zwar in seinem 'Prolog' in erster Linie das nun nachfolgend zur Aufführung kommende 'Gangsterstück' (und präsentiert es somit ganz im Sinne der Brechtschen Verfremdungsästhetik als fiktives Geschehen), schließt aber auch mit einem Hinweis auf den Parabelcharakter, durch den es mit der Wirklichkeit im Europa der 30er Jahre verbunden ist:

[...]
Jedoch ist alles streng wirklichkeitsgetreu
Denn was Sie heut abend sehen, ist nicht neu
Nicht erfunden und ausgedacht
Zensuriert und für Sie zurechtgemacht:
Was wir hier zeigen, weiß der ganze Kontinent:
Es ist das Gangsterstück, das jeder kennt!