dramatische Bauform: szenische Reihung von einzelnen Handlungssequenzen ('Stationen'), die in erster Linie durch die Identität der darin auftretenden (Haupt-)Figur verbunden sind

Diese vor allem in der klassischen Moderne beliebte, aber auch in ganz anderen kultur-, literatur- und dramengeschichtlichen Kontexten brauchbare Bauform – etwa in den geistlichen (Passions-)Spielen des Mittelalters oder in frühneuzeitlichen Märtyrerdramen – steht in engem Zusammenhang mit der offenen Form des Dramas.

Im Stationendrama ist die Vereinzelung und Reihung der Handlungs- oder Geschehenssequenzen ('Stationen') der offenen Dramenform, verteilt auf einzelne Szenen (oder 'Bilder'), die zeitlich und räumlich stark divergieren können, das zentrale Prinzip. Dadurch wird insbesondere die Finalität des Handlungsverlaufs unterbunden, so daß jede einzelne gleichrangige 'Station' des dramatischen Geschehens von gleichem Interesse ist.

Häufig sind die einzelnen Sequenzen aber durch eine (mehr oder minder ausschließliche) Konzentration auf eine zentrale Figur, die in allen Szenen 'vorkommt', miteinander verknüpft.

Diese Organisation der dramatischen Darstellung eignet sich demnach besonders, den Entwicklungs-, Lebens- und/oder Reiseweg einer Figur (über einen längeren Zeitraum) hinweg in einzelnen markanten oder signifikanten 'Stationen' zur Darstellung zu bringen.

Beispiel