Die aus drei Teilen bestehende Dramenserie "Nach Damaskus" (1898-1904) von August Strindberg nimmt in Inhalt und Form bewußt die Tradition des mittelalterlichen Passionsspiels auf und wurde selbst zum Vorbild für zahlreiche Stationendramen des deutschen Expressionismus. Nicht zuletzt deshalb soll es hier als Beispiel für die Bauform des Stationendramas genannt werden.

Zwar gibt es in allen drei Dramen der Trilogie noch eine Akteinteilung, tatsächlich dominiert aber die Organisation in Szenen bzw. 'Bildern'. Diese repräsentieren den Lebens- und Leidensweg der zentralen Figur, dem 'Unbekannten' (einem Dichter und alter ego des Autors), in 'Ausschnitten'. Dieser Weg führt zwar über die unterschiedlichsten 'Stationen' zu einem (durchaus offenen) Ende (in der Selbsttranszendierung), aber nicht über eine (kausale oder finale) Ereigniskette. Statt dessen stehen die einzelnen 'Stationen' des 'Unbekannten' bzw. seine jeweiligen Auseinandersetzungen mit der Gesellschaft, der 'Dame', dem Schicksal und verschiedenen Versuchern im Zentrum des Interesses und vermitteln eine entsprechend desillusionierte Weltsicht.