Ausprägung moderner Dramatik: ausgerichtet auf die Darstellung der Absurdität der menschlichen Existenz durch groteske Dramenhandlungen, unkommunikative Figurensprache und a-mimetische Darstellungsstrategien
Für gewöhnlich faßt man mit dem Ausdruck 'absurdes Theater' (oder: 'Theater des Absurden') Dramen der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts vor allem aus dem französischen Sprachraum, die im Anschluß an Avantgarde-Bewegungen der klassischen Moderne radikal mit tradierten Bauformen und Darstellungsstrategien herkömmlicher Dramatik brechen.
Kennzeichnend für das Theater des Absurden ist vor allem folgendes:
Es gibt keine kausale, psychologisch erklärbare oder auf einen Sinn zurückführbare dramatische Handlung und dementsprechend keine Figuren, die üblichem menschlichen Verhalten entsprechen. Statt dessen wird ein groteskes Geschehen präsentiert, bei dem die Figurenidentität mitunter ebenso aufgelöst ist wie eine Chronologie des Geschehens.
Dem entspricht auch die Sprache der 'Figuren', die ihren kommunikativen Charakter zumeist völlig verloren hat: Man redet aneinander vorbei. Diese Sprache ist gleichwohl unter poetischen Gesichtspunkten sorgfältig gestaltet. Das gilt insbesondere für den Nebentext (und dessen Umsetzung auf der Theaterbühne).
Insofern zielt das absurde Theater nicht auf eine mimetische Abbildung der Welt ab, zu abstrakt ist das Dargestellte. Es scheint aber sehr wohl als parabolisches Geschehen etwa die conditio humana zu meinen, die somit als absurd und sinnentleert gedeutet wird.