Im finnischen Exil schrieb Brecht 1941 das "Parabelstück" vom "aufhaltsamen Aufstieg des Arturo Ui", vordergründig eine Gangstergeschichte, leicht aber erkennbar als eine Parabel auf den Nationalsozialismus und dessen 'Obergangster' Adolf Hitler.

Die parabolische Handlung des Stücks wird – im Prolog – von einem "Ansager", der sich direkt ans Publikum wendet ("Ruhe dort hinten, Leute!"), im Stil eines Jahrmarktschreiers angekündigt, also 'episiert'. Der Vorhang, vor dem dieser Ansager steht, ist – so der Nebentext – voll von fingierten Zeitungsmeldungen über das fiktive Geschehen um den "Gangster aller Gangster" Arturo Ui. Die Figuren werden im Laufe des Prologs vorgestellt, indem sie bzw. ihre Schauspieler aufgerufen werden und hervortreten. Das Ganze ist untermalt von "Bumsmusik" und endet mit einem expliziten Hinweis auf die Wirklichkeitstreue des zu Zeigenden und auf seine eigentliche Bedeutung:

Was wir hier zeigen, weiß der ganze Kontinent:
Es ist das Gangsterstück, das jeder kennt!

Und – der Titel zeigt es schon an – dieses Gangsterstück bzw. solche Usurpation von Macht durch gezielten und mafiös organisierten Einsatz von Geld und Gewalt ist nicht, wie man meinen könnte, eine Naturnotwendigkeit, sondern prinzipiell "aufhaltsam". Diese Botschaft will das Parabelstück – bezogen auf die Zeitläufte – vermitteln. Dafür benötigt es aber einen Zuschauer, der sich nicht in Abscheu vor dem Titelhelden oder Mitleid mit den unter ihm Leidenden ergeht, sondern ein Publikum, das die Mechanismen und Bedingungen eines solchen "Aufstiegs" durchschaut (um derlei in Zukunft unmöglich zu machen).