(griech.: kómos = trunkener Festumzug; o(i)dé = Gesang)

Klasse (Familie von Klassen) der Dramatik: der Handlung angemessene dramatische Präsentation einer komischen Handlung, die das Publikum zum Lachen bringt

Die Komödie, die heute noch lebendig ist und wie die Tragödie auf eine kontinuierliche Tradition zurückblicken kann, die bis zu den Ursprüngen europäischer Dramatik in der griechischen Antike reicht, ist – innerhalb dieser Tradition – von vielfältigen Wandlungen und Veränderungen geprägt. Sie hat somit im Verlauf ihrer Geschichte verschiedene Formen und Gattungen ausgebildet wie etwa die Typenkomödie, die Situationskomödie, die Charakterkomödie, die commedia dell'arte oder die alte attische Komödie.

All die unterschiedlichen Ausprägungen der Komödie zielen jedoch darauf ab, mit ihren dramatischen Handlungen und deren entsprechender Präsentation beim Publikum eine komische Wirkung zu erzielen. Dabei können natürlich weitere Wirkungsabsichten wie etwa reine Unterhaltung, kritische Unterrichtung, Verspottung von Zuständen und Personen und verschiedenes mehr hinzukommen.

Die Handlung der Komödien neigt dementsprechend dazu, eher unbedeutend und privat als von inhaltlicher oder politischer Bedeutsamkeit zu sein. Ihre Figuren sind eher überzeichnete Typen als individuelle, problematische Charaktere, eher lächerliche Gestalten als bewunderungswürdige Heroen, eher arme Diener als reiche Herren. Ihre Sprache ist entsprechend: eher derb, witzig und einfach als hochgestochen, ernst und komplex. Von all diesen Tendenzen sind aber in einzelnen Komödien, Komödientypen und -gattungen Ausnahmen möglich.

So besteht etwa die alte attische Komödie des 5. Jahrhunderts v. Chr. nicht nur aus einer fiktiven Handlung, sondern auch in einer direkten Publikumsansprache (der Parabase). Und ihre Handlung ist zwar komisch und satirisch überspitzt, aber sehr wohl auf politische und öffentliche Vorgänge bezogen. Die neue griechische Komödie, die ihr folgt, ist hingegen eher als Vorläufer der Typenkomödie anzusehen.

Was die Komödien jedoch – neben ihrer Wirkungsabsicht, vor allem aber um dieser Willen – noch auszeichnet, ist der gute, erfreuliche Ausgang ihrer dramatischen Handlung, auch wenn gerade moderne Komödien darauf nicht mehr eindeutig festgelegt werden können (bzw. die Kriterien dafür unsicher geworden sind). Insofern steht die Komödie, deren Handlung ein erfreuliches Ende nimmt, so daß sie das Publikum erheitern kann, der Tragödie gegenüber. Der in der Frühen Neuzeit eingeführte deutsche Name der Komödie, 'Lustspiel', hat also durchaus seine Berechtigung, wird aber zum Teil für Komödien mit weniger aggressiver Komik verwendet.

Die Wirkungsabsicht der komödienspezifischen Handlung mit gutem Ende wird dabei häufig von dramenspezifischen Mitteln unterstützt: von (Wort-)Witzen, komischen Kostümen, grotesken Masken, Slapstick-Einlagen u.v.m. Nicht nur diese verweisen auf die Nähe und Verwandschaft der Komödie zu weniger kunstvollen, der Volkskultur aber näheren Klassen komischer Dramatik wie dem Schwank, der Posse usw.