Einer der ersten und berühmtesten Erzähltexte in deutscher Sprache, der ganz im inneren Monolog verfaßt ist, ist "Leutnant Gustl" von Arthur Schnitzler, der 1900 veröffentlicht worden ist. Die ganzen etwa 30 Seiten der Erzählung wird ausschließlich dasjenige präsentiert, was sich im Bewußtsein der Titelfigur abspielt. Nur wie er sich auf seine Umgebung bezieht, wird deutlich – und dadurch natürlich für den Leser sein Charakter, seine Ideologie, seine Denkweise und die Gründe wie Abgründe seiner 'Seele'. Die in anderen Darbietungsweisen erzählten Aspekte des Geschehens wie Umgebung, Handlung, Figuren, Situation usw. müssen alle erst durch diesen 'Filter' des Figurenbewußtseins erschlossen werden:

Wie lange wird denn das noch dauern? Ich muß auf die Uhr schauen ... schickt sich wahrscheinlich nicht in einem so ernsten Konzert. Aber wer sieht 's denn? Wenn' einer sieht, so paßt er gerade so wenig auf, wie ich, und vor dem brauch' ich mich nicht zu genieren ... Erst viertel auf zehn? ... Mir kommt vor, ich sitz' schon drei Stunden in dem Konzert. Ich bin 's halt nicht gewohnt ... Was ist es denn eigentlich? Ich muß das Programm anschauen ... Ja, richtig: Oratorium? Ich hab' gemeint: Messe. Solche Sachen gehören doch nur in die Kirche. Die Kirche hat auch das Gute, daß man jeden Augenblick fortgehen kann. – Wenn ich wenigstens einen Ecksitz hätt'! – Also Geduld, Geduld! Auch Oratorien nehmen ein End'!

Die Gedanken des Leutnants sind zwar sprunghaft, gehorchen aber doch noch erkennbaren und jederzeit nachvollziehbaren Strukturen, in die sie durch die Syntax der Sprache auch gebracht sind.

Diese ist in der Textpassage, die immer wieder als Muster der stream of consciousness-Technik angeführt wird, zwar nicht völlig aufgelöst, aber doch erkennbar auf die Unterbindung von Trennungen oder Unterbrechungen (etwa durch Satzzeichen) hin ausgerichtet und gehorcht nur noch dem Rhythmus des immer wiederkehrenden "yes". Hier 'fließt' das Bewußtsein – oder gar das Unterbewußtsein – der Molly Bloom ohne strukturelle oder syntaktische Zwänge zum Ende des "Ulysses" (1922) von James Joyce hin:

[...] and Gibraltar as a girl where I was a Flower of the mountain yes when I put the rose in my hair like the Andalusian girls used or shall I wear a red yes and how he kissed me under the Moorish wall and I thought well as well him as another and then I asked him with my eyes to ask again yes and then he asked me would I yes to say yes my mountain flower and first I put my arms around him yes and drew him down to me so he could feel my breasts all perfume yes and his heart was going like mad and yes I said yes I will
Yes.