Die beiden wohl bedeutendsten Muster des (barocken) höfisch-historischen Romans stammen von englischen Autoren:

Philip Sidneys (englischsprachige) "Arcadia" (1590) verbindet Ritter- und Schäferroman-Traditionen, indem er eine komplexe Liebes- und Kriegsgeschichte in einer utopisch-arkadischen Landschaft ansiedelt. Erkennbares Ziel des plots und seiner Erzählung ist es, für ein tugendhaftes Leben zu werben.

John Barclays (neulateinische) "Argenis" (1610) ist hingegen in einem pseudohistorischen Sizilien angesiedelt. Doch auch hier sind Liebe und Politik aufs engste miteinander verknüpft – und so entspinnt sich eine verwickelte, sich immer wieder wendende Handlung um beides. Und auch hier wird, durch die (allegorische) Handlung ebenso wie in eingeschobenen moralischen oder politischen Exkursen, die Normenlehre und Weltsicht des (aufgeklärten) Absolutismus vertreten.

Beide Romane wurden bald auch in Deutschland rezipiert und führten im Verlauf des 17. und (frühen) 18. Jahrhunderts zu einer Blüte dieser (populären) Romane in Deutschland, für die etwa Daniel Casper von Lohensteins "Großmüthiger Feldherr Arminius" (1690) stehen kann, nicht zuletzt auch wegen seines Umfangs von zwei Teilen zu neun Büchern.